Die volkswirtschaftlichen Kosten unzureichender Bildung



(Paris/Berlin 25. Januar 2010)

 

Für viele Regierungen hat gute Bildung erklärtermaßen Priorität, dennoch fällt das Thema häufig von der politischen Agenda. Ein Grund dafür ist, dass Investitionen in Bildung sich nur langfristig auszahlen und die positiven Effekte deshalb häufig unterschätzt werden. Auf Basis der PISA-Studie und anderer internationaler Schulleistungsstudien hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute in Paris eine Studie vorgelegt, in der die Wachstumseffekte besserer Bildungsergebnisse abschätzt werden.

 

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2. Zwischenbericht zur wissenschaftlichen Begleitung der Gemeinschaftsschulen

WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG DER PILOTPHASE GEMEINSCHAFTSSCHULE
2. ZWISCHENBERICHT

Dezember 2010

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ZUSAMMENFASSUNG


1. Konzept der wissenschaftlichen Begleitung

Der 2. Zwischenbericht dokumentiert die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung der Pilotphase Gemeinschaftsschule in Berlin, mit der Rambøll Management Consulting und die Arbeitsstelle für Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung der Universität Hamburg seit Frühjahr 2008 betraut sind. Die dargestellten Befunde basieren auf Untersuchungen, die im Zeitraum zwischen April 2009 und Oktober 2010 durchgeführt wurden und schließen damit an den im März 2009 vorgelegten ersten Zwischenbericht an.
Die wissenschaftliche Begleitung folgt dem Konzept von Schulbegleitforschung, das die Forschungsergebnisse kontinuierlich an die Schulen zurückmeldet und so Möglichkeiten eröffnet, diese auf unterschiedlichen Ebenen für den Entwicklungsprozess zu nutzen. Im Fokus der Aktivitäten der wissenschaftlichen Begleitung standen im genannten Zeitraum der Abschluss der Ist-Analyse durch die Untersuchung der Ausgangslagen an den neu in das Pilotvorhaben aufgenommenen Gemeinschaftsschulen sowie die Durchführung der ersten beiden Zyklen der Umsetzungs- und Wirkungsanalyse, welche quantitative und qualitative Untersuchungsschritte beinhalteten.

 

Ein wesentliches Element sind dabei die Befragungen der Schulleitungen, des pädagogischen Personals, der Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5, 6 und 7 im Jahr 2009 und derselben Klassen 6, 7 und 8 im Jahr 2010 sowie deren Eltern. Mit der Befragung der Schulen zu zwei Zeitpunkten – im Frühjahr 2009 und 2010 – liegen nun erstmals Daten vor, die es erlauben, Entwicklungen an den Gemeinschaftsschulen im Längsschnitt zu beschreiben. Die quantitative Analyse der bisherigen Entwicklungen beruht vor allem auf Selbsteinschätzungen der befragten Personengruppen. Diese erfolgten zumeist anhand einer Skala mit Werten von 1 bis 4, wobei der Wert 4 in der Regel die stärkste bzw. positivste Ausprägung angibt. Um die hohe Komplexität des Schulentwicklungsprozesses differenziert zu erfassen und anschließend einfach zugänglich zu machen, wurde die Vielzahl einzelner Fragen (Items) zu themenbezogenen Indizes zusammengefasst, sodass ein einfacherer Überblick über die wesentlichen Ergebnisse möglich ist. Neben den Befragungen wurden qualitative Fallstudien durchgeführt, die eine weitergehende Interpretation der Ergebnisse ermöglichen. Alle Ergebnisse wurden außerdem schulbezogen aufbereitet, an die Schulen zurückgemeldet und in Einzelgesprächen mit den Schulen oder in schulübergreifenden Workshops von den Schulen bearbeitet und auf Konsequenzen für die Entwicklungsarbeit untersucht.

 

Ergänzend zu den genannten quantitativen und qualitativen Untersuchungsschritten, führt das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, Abteilung: Qualitätsentwicklung und Standardsicherung (LIQ) unter Leitung von Dr. Jan Poerschke im Auftrag der SenBWF und in Kooperation mit der wissenschaftlichen Begleitung eine Lernstandserhebung in allen Gemeinschaftsschulen durch. Erhoben wird der Lernstand der Schülerinnen und Schüler in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Naturwissenschaften zu zwei Messzeitpunkten. Die erste Messung wurde zu Beginn von Jahrgang 7 im September/Oktober 2009 durchgeführt. Eine zweite Messung wird zu Beginn der neunten Jahrgangsstufe im Herbst 2011 erfolgen. Die verwendeten Tests sind adaptierte Versionen aus dem Instrumentarium der Hamburger Längsschnittuntersuchung
„Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern“ (KESS). Die mit der
Hamburger KESS-Erhebung gewonnenen Daten sind für die wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase Gemeinschaftsschule in Berlin deshalb von Bedeutung, weil die sozialräumliche Struktur der beiden Stadtstaaten vergleichbar ist und sich so Hamburger Referenzgruppen zur Berliner Schülerpopulation bilden lassen. Für die wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase Gemeinschaftsschule in Berlin dient die Hamburger Vergleichsgruppe als eine (Quasi-)Kontrollgruppe, wodurch ein Bewertungsmaßstab zur Verfügung steht, obwohl Berlin zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Begleitung der Pilotphase noch nicht über vergleichbare eigene Schulleistungsdaten in den Jahrgängen 7 und 9 verfügt. Mit der ersten Erhebung der Lernstände liegt nun eine Messung
der Ausgangslagen vor. Eine Einschätzung der Leistungsentwicklung wird indes erst nach
der zweiten Leistungsmessung im Herbst 2011 möglich sein.

 

http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/bildungswege/gemeinschaftsschule/gemeinschaftsschule_zweiter_zwischenbericht.pdf?start&ts=1291210980&file=gemeinschaftsschule_zweiter_zwischenbericht.pdf