Pressemitteilung zu Schulbau: Kampfansage aus München oder Wunsch der Beendigung eines Alleinstellungsmerkmals nach Berlin?

In München wurden letzte Woche 2,4 Milliarden Euro für das zweite Schulbauprogramm beschlossen. Damit werden 38 Bauprojekte realisiert und so 42 Schulen neu gebaut, saniert oder erweitert (siehe http://www.sueddeutsche.de/muenchen/stadtrat-bildungspolitiker-denken-nicht-mehr-in-millionen-sondern-in-milliarden-1.3575008). Zitat aus dem Artikel: "Deutschland schaut auf uns und beneidet uns."

In der Tat schaut auch der Landeselternausschuss neidisch nach München und wartet gespannt auf den 11.07., wenn im Senat Vorlagen zum Doppelhaushalt 2018/2019 gemacht werden sollen und dann auch klar ist, wie Berlin das Thema Schulbau finanziell angehen wird.

München investiert 4 Milliarden Euro bis 2030 in Schulbau, das sind 300 Millionen Euro pro Jahr. In München rechnet man bis 2030 mit zusätzlich 11.000 Schüler_innen. Berlin möchte nach aktuellem Kenntnisstand 5,5 Milliarden in 10 Jahren investieren, das sind 550 Millionen pro Jahr für Schulneubau und Abbau des Sanierungsstaus. In Berlin sind es zusätzlich 75.000 Schüler_innen bis zum Schuljahr 2024/2025. „Man muss keinen Leistungskurs in Mathematik belegt haben, um zu sehen, dass es hier irgendwie ein Missverhältnis gibt.“, so Norman Heise, Vorsitzender des Landeselternausschusses.

In der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 01.07. liest man unter http://www.sueddeutsche.de/muenchen/stadtrat-noch-mehr-milliarden-fuer-muenchens-schulen-1.3568407: Bisher ist die Schulbauoffensive der Stadt, das größte kommunale Schulbauvorhaben bundesweit, relativ reibungslos angelaufen. Nach derzeitigem Stand wird der überwiegende Anteil der Maßnahmen bis 2021 termingerecht fertig, auch wenn einzelne Umplanungen nötig gewesen seien. Auch die Kostenvorgaben sind bisher eingehalten worden. Zunehmend Schwierigkeiten hat die Stadt aber immer wieder bei der Vergabe von Aufträgen. Es sei durchaus eine Herausforderung, genügend Firmen zu finden, die noch nicht komplett ausgebucht seien.

In Berlin findet sucht man noch nach dem notwendigen Personal, um die Planungen für die dringend erforderlichen Schulneubauten und Sanierungen anzugehen und es ist offensichtlich noch kein Schulneubau oder modularer Ergänzungsbau nach dem Konzept der Berliner Lern- und Teamhäuser geplant. „Soweit wir wissen, wurde das Konzept bisher nur im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses angehört und einigen Ausschüssen für Schule und Bau in den bezirklichen BVV-Ausschüssen auf Anfrage vorgestellt. Ob oder wann das Konzept in die Umsetzung kommt, konnte uns bisher noch niemand beantworten.“, so Norman Heise weiter.