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Aktuelles - Landeselternausschuss Berlin

Berlin startet mit einer Qualitätskommission – Was erwarten die Eltern?

Zum Schuljahresbeginn haben wir mit unserem Ruf nach einem „Bildungsgipfel“, um aus der Berliner „Bildungskrise“ herauszukommen, viel mediale Aufmerksamkeit erzielen können. Unser Anlass für die Unzufriedenheit waren die seit Jahren stagnierenden schlechten Ergebnisse der zentralen Vergleichsarbeiten in Mathe und Deutsch, die hohe Anzahl der Schüler*innen ohne Schulabschluss und der hohe Unterrichtsausfall.

Tagelang haben wir danach zahlreiche E-Mails von Eltern, aber auch von Lehrkräften und anderen an Bildung interessierten Menschen erhalten, die unser Vorgehen unterstützen. Man attestierte dem Landeselternausschuss einen ungewöhnlich „scharfen Ton“, auch die Bildungssenatorin selbst war überrascht. Das hat uns wiederum erstaunt, denn wie kann man bei diesen schlechten Ergebnissen nicht die Geduld verlieren und aussprechen, dass offensichtlich noch nicht alles getan wurde, um die Berliner Schulen so auf den Weg zu bringen, dass sie ihren schulgesetzlichen Auftrag auch erfüllen können.

Die Senatorin hat nun, obwohl sie keine „Bildungskrise“ sieht, eine Qualitätskommission einberufen, die sich unter fachkompetenter Führung von Prof. Dr. Köller und dem Hamburger Staatsrat a. D. Dr. Voges, der für uns weiterhin bestehenden Berliner „Bildungskrise“ annehmen soll. Dies könnte eventuell ein hoffnungsvoller Beginn sein, die von uns geforderten sicht- und messbaren positiven Entwicklungen bei den Lernzuwächsen in Wissen, Kompetenzen und soziale Umgangsformen bei den Berliner Schüler*innen zu erreichen. Die beiden Experten in Bildung und Bildungspolitik haben mit dem von ihnen aufgesetzten Prozess die Stadt Hamburg ins Mittelfeld bei Bildungsvergleichen geführt. Neben der Expertenkommission, wird es eine Praxisgruppe geben, der wir angehören werden. Die Praxiskommission wird die Expertenkommission beraten und Rückmeldungen geben. Erste Ergebnisse sollen im November vorliegen.

Soweit so gut! Nichtsdestotrotz ist für uns der entscheidende Faktor in diesem Prozess, dass der politische Wille nach Veränderung auch sichtbar wird. Ob er da ist, wird sich am Ende in den Klassenzimmern zeigen. Hier müssen die Veränderungen ankommen, ansonsten hat die Politik ihr Ziel nicht erreicht! Dafür braucht es zunächst einen angstfreien Austausch der Beteiligten, das gemeinsame Verständnis dazu, dass die Schüler*innen im Fokus stehen! Eigene Befindlichkeiten sind kontraproduktiv und Schuldzuweisungen helfen auch hier nicht weiter, ebenso wie nur „hintenherum“ zu meckern und „vorne herum“ nichts zu sagen.

Für uns müssen am Ende kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen stehen, die den Schulen mit entsprechenden Unterstützungsmaßnahmen helfen, den Weg zur Verbesserung der VERA3-Ergebnisse, der Abschluss-Quote, der Berufs- und Studierfähigkeit, der Steuerung der Quereinsteigenden und Lehrkräfte und der Reduzierung von Unterrichtsausfall/Aufrechterhaltung von Teilungsunterricht und Förderung einschlagen zu können. Wir erwarten auch Ergebnisse, wie mit Schulen und Personen umgegangen wird, die es aus einer Kraft oder eigenem Antrieb nicht schaffen, sich entsprechend zu entwickeln. Das Schulgesetz hat in § 1 einen klaren Auftrag formuliert, dem alle im Bildungssystem wirkenden Menschen nachkommen müssen.

Nicht mehr und auch nicht weniger erwarten wir von der anstehenden Arbeit. Aus den Vorgesprächen mit der Bildungsverwaltung nehmen wir mit, dass man unsere Ziele teilt. Unsere Kinder sind nicht „lernunwilliger oder dümmer“ als andere Kinder in der Republik, aber sie brauchen jetzt mehr Fachlehrer*innen, Struktur, Motivation und Verlässlichkeit in der Schule, als bisher.

(erschienen als Gastbeitrag am 11.09.2019 im Tagesspiegel)