In den vergangenen 22 Monaten mussten Berlins Schüler:innen massive Einschränkungen hinnehmen, auch aufgrund von Entscheidungen des Berliner Senats. Sie haben ein hohes Maß an Solidarität gegenüber Erwachsenen und vulnerablen Gruppen gezeigt. Das ging in erheblichem Maße auf Kosten von Freundschaften, schulischen und freizeitlichen Aktivitäten sowie ihrer psychischen Gesundheit. Das pädagogische Personal in den Schulen leistet sehr viel für unsere Kinder. Von ihm wird eine enorme Flexibilität unter Einsatz der eigenen Gesundheit abverlangt. Die Belastung ist vor allem dann enorm, wenn die Lehrenden und Erziehenden selbst schul- und betreuungspflichtige Familienmitglieder haben. Das ist nicht selbstverständlich und dafür sind wir sehr dankbar!

Mit den ersten digitalen Formaten, den Selbsttests und den seit einigen Wochen möglichen Impfungen der jüngeren Schulkinder gibt es inzwischen wichtige Schritte im Kampf gegen Sars-Cov-2. Die Folgen für unsere Kinder und Jugendlichen zeigen jedoch deutlich, dass das nicht ausreicht. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung. Genauso haben sie ein Recht darauf, so unterrichtet zu werden, dass davon keine Gefahr für ihre Gesundheit ausgeht. In der aktuellen politischen Kommunikation können wir jedoch nicht erkennen, dass hier sorgfältig abgewogen wird:

Die aktuellen Infektionszahlen und die dazugehörige Kommunikation von SenBJF sind darauf ausgelegt, die Situation an Schulen zu verharmlosen. Über 6.900 gleichzeitig infizierte Schüler:innen und fast 800 PCR-positiven Pädagog:innen sowie 207 geschlossene Lerngruppen sind nur der Stand vom 14. Januar. Die großen Zahlen der Kontaktpersonen in Quarantäne werden gar nicht veröffentlicht. Und dennoch sind 98% der Schulen in Stufe „Grün“ - das ist für niemanden mehr nachvollziehbar!

Wir fordern daher die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Astrid Sabine Busse auf, die Berliner Schüler:innen endlich in den Fokus zu nehmen. Im Mittelpunkt ihres Handelns muss stehen:

Wir unterscheiden nicht zwischen „Kindern mit Vorerkrankung“, „wenigen Kindern“ oder den „meisten Kindern“. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen betrifft alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen. Alle sind erschöpft von verwirrenden Entscheidungen und vom zögerlichen Handeln der Verantwortlichen - Familien mit Kindern ganz besonders. Es ist die Aufgabe der Berliner Politik und der Schulverwaltung, endlich die Voraussetzungen zu schaffen, damit unsere Kinder körperlich und geistig unversehrt durch diese Pandemie kommen!

Dass Kinder selten schwer an Covid-19 erkranken oder gar daran sterben, darf kein Grund dafür sein, die Schüler:innen dem Risiko einer Ansteckung bewusst auszusetzen und eine Durchseuchung der Schulen in Kauf zu nehmen. Wenn das aber politischer Wille ist, erwarten wir so viel Ehrlichkeit, dass es von den Verantwortlichen auch ausgesprochen wird!

Kommunizieren Sie ehrlich die Fakten und schützen Sie unsere Kinder! Hören Sie auf, das lähmende und zermürbende Gefühl in der Elternschaft nach zwei Jahren Pandemie weiter auszunutzen!
Übernehmen Sie Verantwortung und handeln Sie - für die Bildung und den Gesundheitsschutz der Kinder!

 

Charlottenburg Wilmersdorf
Carsten Rudolph

Lichtenberg
Steffen Reinecke

Marzahn-Hellersdorf
Norman Heise

Mitte
Jan Krebs

Neukölln
Thomas Kleinschmidt

Pankow
Katja Ahrens

Reinickendorf
Raimund Otto

Spandau
Thorsten Hartje

Steglitz-Zehlendorf
Katja Schöppe-Carstensen

Tempelhof-Schöneberg
Sören Bott

Treptow-Köpenick
Mathias Miethner

Enthaltung zum Schreiben
Friedrichshain-Kreuzberg