Der Landeselternausschuss Schule Berlin hat gemeinsam mit der Berliner Morgenpost in den Osterferien eine Testgruppe zur Evaluierung des Probeunterrichts gebildet. Ziel war es, das Verfahren hinsichtlich Durchführbarkeit und Bestehenswahrscheinlichkeit für Schüler*innen mit gymnasialer Empfehlung zu prüfen – im Vergleich zu denen ohne diese Empfehlung, die den Probeunterricht absolvieren müssen.

An der Testgruppe nahmen 19 Schüler*innen teil, von denen 17 auswertbare Ergebnisse lieferten. Nur drei der leistungsstarken Sechstklässler mit Notendurchschnitten zwischen 1,0 und 1,9 bestanden den Test aus Deutsch-, Mathe- und Gruppenaufgaben. Der Landeselternausschuss bedankt sich herzlich bei den Anwesenden und ihren Familien, die in den Ferien bereit waren, diese anspruchsvollen 45minütigen Klassenarbeiten mit Pausen und somit insgesamt drei Stunden hintereinander zu schreiben und den Probeunterricht realitätsnah nachzustellen. Vor Ort wurde eine hochkonzentrierte Arbeitsatmosphäre wahrgenommen und alle Teilnehmenden haben die Aufgaben mit großer Ernsthaftigkeit bearbeitet.

Ergebnisse fordern grundlegende Reform
Die Ergebnisse bestätigen erneut die mehrfach erhobene Forderung: Der Probeunterricht ist grundsätzlich zu schwer und muss grundlegend überarbeitet werden. Selbst ohne Prüfungsdruck scheiterten die meisten Schüler*innen mit Gymnasialempfehlung – im Kontrast zu nur 1,2% Bestehensquote bei 1.223 Teilnehmer*innen ohne Gymnasialempfehlung im Februar 2026. Dies entkräftet die Aussage der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie zur Zuverlässigkeit der Arbeit der Fachgruppe, die die Aufgaben erstellt hat. Das Vertrauen in den Probeunterricht ist nicht mehr vorhanden.

Forderung: Evaluation und Pilotierung wie in Brandenburg
Der Landeselternausschuss Schule Berlin hält eine Evaluation des Zulassungstests unter Einbeziehung relevanter Akteure, einschließlich der Elternvertretung, für zwingend erforderlich. Dazu gehört auch eine transparente Pilotierung mit diversen Schülergruppen, wie Brandenburg sie durchführt, um die Angemessenheit empirisch zu prüfen. Ohne umfassende Überarbeitung darf dieses Instrument nicht noch ein drittes Mal über Bildungsbiografien entscheiden!