Studie des BmFSFJ: Familien mit Migrationshintergrund. Lebenssituation, Erwerbsbeteiligung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf

 

erstellt durch:Prognos AGGeschäftsstelle „Zukunftsrat Familie“ desBundesministeriums für Familie, Senioren,Frauen und Jugend

November 2010

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Familien-mit-Migrationshintergrund,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

 

 

I.Hintergrund


Im vorliegenden Dossier wird erstmalig die Lebensrealität von Familien mit Migrationshintergrund im Hinblick auf die Erwerbsintegration der Mütter unter familienpolitisch relevanten Gesichtspunkten unter die Lupe genommen. Die Familien und insbesondere die Mütter von heranwachsenden Kindern haben eine Schlüsselrolle im Integrationsprozess, welcher hiermit wissenschaftliche Beachtung gezollt werden soll.

 

 

Erstmals stehen daher nicht die einzelnen Personen mit Migrationshintergrund, sondern die Familien als Einheit im Mittelpunkt der Untersuchung. Aus demselben Grund bilden nicht Frauen und Männer, sondern Mütter und Väter die relevante Untersuchungseinheit.Die Stärkung der Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Migrationshintergrund ist aus verschiedenen Gründen ein zentrales politisches An liegen. Zum einen leben Familien mit Migrationshintergrund, in denen die Mütter erwerbstätig sind, seltener von Transferleistungen des Ar beitslosengeld II (vgl. Abschnitt 4.1). Zum anderen ist neben finanziellen Motiven auch der Kontakt zu anderen Menschen für Mütter mit Migrationshintergrund ein wichti‑ger Grund, warum sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen (siehe Abschnitt 4.4.9). Eine nachhaltige Förderung der Erwerbsintegration der Mütter stärkt somit nicht nur die ökonomische, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe der Familien und insbesondere der Mütter mit Migrationshintergrund. Der Ausbau der Kinderbetreuung sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind für Eltern von jüngeren Kindern Voraussetzung für den (Wieder‑)Einstieg in die Erwerbstätigkeit bzw. die Ausweitung ihr er Wochenarbeitszeiten. Dabei gibt es Anhaltspunkte, dass Mütter mit Migrationshintergrund häufiger als andere Eltern zu ungewöhnlichen Zeiten eine Kinderbetreuung benötigen, bspw. weil sie häufiger am Wochenende arbeiten (vgl. Abschnitte 4.4.8 und 5.2.3). Für die Kinder mit Migrationshintergrund ist der Besuch einer Kindertagesstätte der Beginn ihrer kulturellen Sozialisation innerhalb des deutschen Bildungssystems und damit eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Bildungsverlauf.Um die Erwerbsintegration von Müttern mit Migrationshintergrund im Speziellen und von Personen mit Migrationshintergrund im Allgemeinen zu fördern, sind allerdings nicht nur familienpolitische, sondern auch bildungs‑, sozial‑ und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen notwendig. Fehlende Voraussetzungen, um einen im Ausland erworbenen Abschluss anerkennen zu lassen bzw. eine Nachqualifikation zu absolvieren, sowie lückenhafte deutsche Sprachkenntnisse und Vorbehalte von Arbeitgebern stellen für die Arbeitsmarktintegration vieler Migrantinnen und Migranten weitere Erwerbsbarrieren dar.

 

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft sowie den drohenden Fachkräftemangel ist es notwendig, der Steuerung von Zuwanderung sowie der Förderung der Arbeitsmarktintegration von Zuwanderinnen und Zuwanderern gesellschaftspolitische Priorität einzuräumen. Die bestehenden Erwerbsbarrieren auszuräumen, bedeutet eine
Herausforderung, die ressortübergreifend von Bund, Ländern und Komm unen unter Betei ligung von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren getragen werden muss.

 

 

1.1 Zielsetzung des Dossiers

 


Ziel des vorliegenden Dossiers ist eine systematische Aufbereitung der aktuell verfügbaren Daten zur Lebensrealität von Familien mit Migrationshintergrund mit dem Schwerpunkt auf der Erwerbsbeteiligung von Müttern. Auf dieser Basis sollen politische Perspektiven erarbeitet werden, um mittelfristig Erwerbshemmnisse, insbesondere für Mütter mit
minderjährigen Kindern, abzubauen und unerfüllte Erwerbswünsche zu realisieren. Fest steht dabei jedoch, dass nicht von „der Familie mit Migrationshintergrund“ die Rede sein kann. Denn wenn die Forschung eines deutlich macht, dann ist dies die „bemerkenswerte Vielfalt von Lebensauffassungen und Lebensweisen“ bei den Familien mit
Migrationshintergrund (Wippermann, Flaig 2009, S. 5). Die Zielsetzung bedeutet daher nicht zuletzt eine Gratwanderung. Zum einen soll die Lebensrealität von Familien mit Migrationshintergrund in ihrer gesamten Vielfalt darge stellt werden ohne gängige
Stereotype, wie sie vor allem in den Themenfeldern Bildung, Armut, Geschlechterrollen anzutreffen sind, eindimensional zu bestätigen. Zum anderen geht es darum, Erkenntnisse über strukturelle Benachteili gungen und insbesondere uner füllte Erwerbswünsche zu erarbeiten, die als Grundlage für Verbesserungen der Rahmen bedingungen für Familien mit Migrationshintergrund herangezogen werden können. Als Orientierung für diese Gratwanderung dient die Grundannahme, dass das soziale Spektrum, gemessen an Einkommen und Bildungsniveau, in Familien mit Migrationshintergrund zwar eine ähnliche Bandbreite hat wie in Familien ohne Migrationshintergrund, dass aber Familien mit Migrationshintergrund im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich in unteren Gesellschaftsschichten präsent sind. Daraus ergibt sich die Fragestellung, inwieweit familienpolitische Unterstützungsbedarfe von Zuwanderungsfamilien denen von sozial gleichgestellten Familien, die keinen Migra tionshintergrund haben, ähneln. Dies ist vor allem mit Blick auf diejenigen Familien zu unter suchen, die entweder von Sozialtransfers abhängig sind oder die nach ihrem Fami lieneinkommen als Geringverdiener einzustufen sind. Es ist zu erwarten, dass gerade bei Familien mit Zuwande rungsgeschichte zusätzliche sprachliche Barrieren und kulturelle Be sonderheiten zu berücksichtigen sind, die eine Betrachtung der Fami lien mit Migrations hintergrund als eine eigene Zielgruppe sinnvoll und notwendig erscheinen lassen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme der relevanten Charakteristika von Familien mit Migrationshintergrund (Kapitel II.) steht im dritten Kapitel vor allem die Frage nach der materiellen Lebenssicherung der Familien im Vordergrund. Das vierte Kapitel widmet sich dann dem eigentlichen Schwerpunktthema, der Erwerbsbeteiligung der Mütter. Neben Einstellungen zur Müttererwerbstätigkeit sowie den Erwerbs konstellationen in den Fami lien geht es hier vor allem darum, zu analysieren, welche Merkmale erwerbstätige Mütter, Arbeit suchende Mütter und Mütter ohne Erwerbswunsch teilen, welche Erwerbs wünsche sie haben und welche Barrieren und Hemmnisse ihrer Integration auf dem Arbeitsmarkt entgegenstehen. Eng damit verbun den, aber dennoch in eigenständigen Kapiteln behan delt wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, einschließlich der Inanspruchnahme von institutioneller Kindertagesbetreuung (Kapitel V.) sowie weiterer Unterstützungs strukturen durch soziale Netze und Ressour cen (Kapitel VI.). Die bisherige Forschung stützt sich vor allem auf personenbezogene Analysen zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, wie bspw. die Arbeitsmarktintegration der erwachsenen Zuwanderinnen und Zuwanderer oder die Bildungschancen von Kindern. Neu an der vorliegenden Veröffentlichung sind nicht unbedingt die Themen an sich, son dern die Art der Betrachtung im familiären Zusammenhang. Aufgrund der thematischen Schwerpunkte auf der Erwerbsbeteiligung von Müttern und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschränkt sich die vorliegende Veröffentlichung aus schließlich auf Familien mit Kindern unter 18 Jahren.Durch die Einbettung der statistischen Ergebnisse in den Kontext von Familienstrukturen soll unter anderem verdeutlicht werden, dass eine berufliche Unterstützung von Migrantinnen mit minderjährigen Kindern nicht ohne Berücksichtigung ihres Familienzusam menhangs er folgen kann.

 


1.2 Definition und Umfang der Population

 


In der wissenschaftlichen Diskussion werden je nach Fragestellung und Datenquelle ver schiedene Definitionen von Personen mit Migrationshintergrund zugrunde gelegt. Seit der Änderung des Mikrozen susgesetzes im Jahr 2005 hat sich die im Mikrozensus verwendete und sehr ausdifferenzierte Definition von Personen mit Migrations hintergrund als Orien tierungsmaßstab durchgesetzt. Die Frage nach einer Definition für den
Migrationshintergrund einer Familie, d. h. welche Kriterien bei einer generationenübergreifenden Einheit aus mehreren Personen mit möglicherweise unterschiedlichen Merkmalen an gesetzt werden können, ist in der Migrations  und Familienforschung bisher weitestgehend un beantwortet geblieben.

 

1.2.1 Personen mit Migrationshintergrund

 

Nach dem Mikrozensus 2009 leben in Deutschland etwa 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht 19,6 % der Bevölkerung. Dazu zählen folgende Personengruppen:

 

I die ausländische Bevölkerung, unabhängig davon, ob sie im Inl and oder im Ausland geboren wurde, alle Zugewanderten, d. h. im Ausland Geborenen, unabhängig von ih rer Nationalität (bspw. auch Deutsche, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler),

 

I die in Deutschland als Ausländer geborene Bevölkerung, die später eingebürgert wurde, I in Deutschland Geborene mit deutscher Staatsangehörigkeit, beide nen sich der
Migrationshintergrund aus dem Migrationsstatus eines Elternteils ableitet,

 

I seit 2000 die (deutschen) Kinder ausländischer Eltern, die die Bedingungen für das Optionsmodell erfüllen, d. h. mit einer deutschen und einer ausländischen Staatsange hörigkeit in Deutschland geboren wurden. Mithilfe von zwei Gegensatzpaaren lassen sich die Personen mit Migrationshintergrund wiederum in Unterkategorien einteilen:

 

I Etwas mehr als die Hälfte (ca. 54 %) der Personen mit Migrationshintergrund sind
deutsche Staatsangehörige, die anderen haben ausschließlich eine ausländische Staatsan gehörigkeit.

 

I Personen mit eigener Migrationserfahrung (mit Geburt außerhalb von Deutschland) machen etwa zwei Drittel an den Personen mit Migrationshintergrund aus, während knapp ein Drittel Personen ohne eigene Migrationserfahrung sind.

 

1.2.2 Familien mit Migrationshintergrund

 

Der hier zugrunde liegende Familienbegriff meint Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im eigenen Haushalt, unabhängig davon, ob die Kinder mit einem oder zwei Elternteilen zusammenleben, ob die Eltern in einer Ehe oder in einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft leben oder ob die Elternschaft eine „leibliche“ oder „soziale“ Eltern schaft ist. Eine Sonderauswertung des Mikrozensus 2009 für das BMFSFJ kommt zu dem Ergebnis, dass 2,3 Millionen von den etwa 8,2 Millionen Familien in Deutschland einen Migrations hintergrund haben. Das entspricht einem Anteil von 28,4 % (s. Abbildung 1 1).

 

Eine Familie wird hier als Familie mit Migrationshintergrund bezeichnet, wenn mindestens ein Familienmitglied außerhalb von Deutschland geboren ist und damit eine eigene Migrationserfahrung aufweist oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt. Damit beruft sich diese Definition auf die im Mikrozensus erhobenen Merkmale, schließt aber die Deutschen mit Migrationshintergrund, aber ohne eigene Migrationserfahrung, darunter auch Eingebürgerte, als Referenzpersonen für den hier betrachteten „Migrationshinter grund“ der gesamten Familie aus. Dieser Ausschluss ist inhaltlich dadurch begründet, dass jedes Familienleben sehr stark geprägt wird, wenn (mindestens) ein Mitglied aus einem anderen Land zugewandert ist oder (mindestens) eine Person aufgrund einer ausländischen Staatsangehörigkeit rechtlich nicht der Mehrheitsbevölkerung gleichgestellt ist. Ist hingegen nur eine Person in der Großelterngeneration selbst zugewandert, können die Erfahrungen sehr weit auseinander gehen, ob sich die nachfolgende Familie der zweiten und dritten Generation in ihrem Familienalltag noch als „Familie mit Migrationshintergrund“ erlebt. Die gewählte Definition berücksichtigt die Übertragbarkeit der Migrationserfahrung bis in die dritte Generation also nur unter bestimmten Bedingungen, bspw. bei Beibehaltung der ausländischen Staatsangehörigkeit oder Heirat mit einer Partnerin/einem Partner ausländischer Herkunft.

 

 


Inhalt
Abbildungsverzeichnis
Hintergrund
Zielsetzung des Dossiers
Definition und Umfang der Population
Personen mit Migrationshintergrund
Familien mit Migrationshintergrund
Familien mit Migrationshintergrund – eine Bestandsaufnahme
Familien nach Art des Migrationshintergrundes
Familien nach Herkunftsgruppen
Familientypen und Familienmitglieder
Kinder in Familien mit Migrationshintergrund
Mütter in Familien mit Migrationshintergrund
Väter in Familien mit Migrationshintergrund
Haushaltssprachen und Zweitsprachen
Bildungsstand und Bildungsaspirationen
Schulische Bildung
Berufliche Bildung
Bildungsaufstieg
Bildungsaspirationen
Arbeit, Einkommen und Transferbezug
Bedeutung von Arbeit für die gesellschaftliche
Wirtschaftliche Situation der Familien
Einkommen und Einkommensverteilung
Armutsgefährdung
Erwerbseinkommen und Transferbezug
Nach Familientypen
Nach Herkunftsgruppen
Nach Berufsabschlüssen
Nach Haushaltssprache(n)
Exkurs I: Eingliederungsvereinbarungen im Rahmen des SGB II
Exkurs II: Inanspruchnahme familienbezogener Leistungen
Erwerbsbeteiligung von Müttern
Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit
Einstellungen zur Erwerbstätigkeit von Müttern
Erwerbskonstellationen nach Familientypen
Paarfamilien
Mehrkindfamilien
Alleinerziehende
Charakteristika erwerbstätiger Mütter
Herkunft
Anzahl der Kinder
Alter der Kinder
Einkommen
Erwerbsumfang
Tätigkeitsbereiche
Stellung im Beruf
Geringfügige und besondere Beschäftigungsformen
Erwerbsmotive
Zufriedenheit mit dem Beruf
Erwerbswünsche Arbeit suchender Mütter
Gehaltsvorstellungen
Gewünschter Stundenumfang
Kompromissbereitschaft bei der Jobsuche
Unterstützung des Partners
Erwerbsbarrieren und Erwerbshemmnisse
Mütter ohne Erwerbswunsch
Berufliche Potenziale und Unterstützungsmaßnahmen
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Rollenverteilung in der Familie
Inanspruchnahme von Kindertagesbetreuung
Kinder unter drei Jahren
Kinder zwischen drei und sechs Jahren
Betreuungszeiten
Nichtinanspruchnahme von Kindertagesbetreuung
Soziale Netze und Ressourcen
Innerfamiliärer Zusammenhalt
Vorstellungen zur idealen Familiengröße
Soziale Kontakte außerhalb der Familie
Gefühlte Verbundenheit mit Deutschland
Kontakte außerhalb der Familie
Mitgliedschaften in Vereinen und Organisationen
Lebenswelten und Lebensstile
Perspektiven für eine stärkere Erwerbsintegration von Müttern mit Migrationshintergrund
Literaturverzeichnis

 

 

Vorwort

 


Familien, in denen zumindest ein Mitglied nicht in Deutschland geboren ist oder eine andere Staatsangehörigkeit besitzt, sind in Deutschland inzwischen keine Seltenheit mehr. In über zwei Milli onen Familien wachsen Kinder auf, die von klein auf verschiedene Welten, verschiedene Sprachen und verschiedene Kulturen kennengelernt haben.

 

Die Familie liefert Halt und Geborgenheit – gerade, wenn man in einer Gesellschaft lebt, die nicht die heimische ist. Der Zusammen halt und die Unterstützung innerhalb der Familie sind eine wichtige Ressource, wenn es darum geht, sich in einer neuen Heimat zurechtzufinden. Unter entsprechenden Bedin gungen kann die Familie auch als „Integrationsbeschleuniger“ wirken.

 

Nicht nur hinsichtlich ihrer Herkunft sind Familien mit Migrationshintergrund sehr verschieden – das zeigt das vorliegende Dossier sehr eindrucksvoll. Auch hinsichtlich ihrer Bildungs abschlüsse, ihrer beruflichen Integration und der Armutsgefährdung gibt es große Unter schiede. Pauschale Urteile helfen hier wenig weiter, es braucht einen differenzierten Blick.

 

Das Dossier belegt einmal mehr die zentrale Rolle der Erwerbsarbeit für eine gelungene Integration. Und es zeigt eine hohe Motivation, insbesondere der Mütter, erwerbstätig zu sein. Neben den unmittelbaren Effekten für die Familie – ein geringeres Armutsrisiko, seltenerer Transferbezug, soziale Integration – hat die Erwerbstätigkeit auch langfristig positive Wirkungen. Das Rollenvorbild der Eltern prägt auch die Entwicklungschancen der Kinder. Hier können wir an die Tradition der ersten Zuwanderergeneration anknüpfen: „Unsere Kinder sollen es mal besser haben“, war ihr Motto. Das hohe Bildungsstreben und den Aufstiegswillen vieler Eltern sollten wir deshalb aufgreifen und unterstützen – nicht nur aus sozialen Gründen: Auch vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, auf dieses Potential zu verzichten.

 

Die Chance, eine Erwerbsarbeit auszuüben, darf nicht an fehlender Unterstützung schei tern. Eine moderne Integrationspolitik soll nicht nur einzelne Teilgruppen in den Blick nehmen, sondern die Familie als Ganzes. Wenn die Träger der Jugendhilfe, das Jobcenter, das Nachbarschaftszentrum und viele andere Akteure ihre Arbeit besser aufeinander abstimmen, entsteht ein Unterstützungsnetz, das den Bedürfnissen von Familien besser entspricht.

 

Dr. Kristina Schröder Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend