LEA Presseerklärung PISA 2009

07.12.2010

Aus Sicht des Berliner Landeselternausschusses lässt sich aus der neuesten Pisa-Studie, trotz verbesserter Detailergebnisse zwingend weiterer Entwicklungs- und Auklärungsbedarf ableiten.

 

In Bezug auf die nachweislich bildungsungerechte Frühselektion und Trennung der Schülerschaft in unterschiedliche Bildungsgänge zu einem verfrühten Zeitpunkt, gilt Deutschland als Entwicklungsland und entsprechende Aufklärung muss verstärkt vorangetrieben werden. Zumal eine solche Selektion keine erkennbare Optimierung offenbart, in einem solchen Verfahren hat aber die Herausbildung langfristiger, gesellschaftlicher Lasten und Fehlentwicklungen, nachweislich ihren Ursprung. Abgesehen davon, dass auch hier durch die notorische Unterfinanzierung von Schule, der Mangel an Fachressourcen in widersinniger Weise selektiv verteilt werden. Eine verstärkte Diskussion ist zu wünschen.

Der Schulstrukturreformdauerlauf der Bundesländer, der föderalistisch, vielfach und laufend Schule neu erfindet um möglichst kostenneutral einem unterfinanzierten Schulsystem, bessere Leistungsergebnisse abzuringen, muss ein Ende finden. Eine verstärkte Beteiligung des Bundes an der Finanzierung von Schule und KITAS ist dringend erforderlich.

In vielfacher Hinsicht leidet deutsche Bildung und Ausbildung unter dem Geiz der Haushalte.Die Lobby der Kinder und jungen Menschen in Ausbildung ist immer noch unterrepräsentiert. Es fällt zunehmend in die Zuständigkeit von Eltern, massiver an die Politik heranzutreten und für eine entsprechende Ausstattung unserer Schulen zu sorgen. An einer solchen Bewusstmachung arbeitet der Berliner Landeselternausschuss und kümmert sich in diesem Sinne verstärkt um die Aktivierung der Elternschaft.

 

Berlin, 07.12.2010
Günter Peiritsch
Landeselternausschuss- Vorsitzender