Berliner Schüler werden besser

Donnerstag, 11. November 2010 02:47  - Von Regina Köhler


Die Schüler in Berlin holen auf. Im bundesweiten verpflichtenden Vergleichstest Vera 8 erreichten in diesem Jahr insgesamt 81 Prozent der rund 20 000 Teilnehmer die Mindeststandards und mehr. Im Vorjahr waren es lediglich 76 Prozent.

Während die Berliner Achtklässler sich in den Leistungsvergleichen in den Fächern Mathematik und Englisch steigern konnten, schnitten sie in Deutsch dagegen schlechter ab. Hier erreichten nur zwei Drittel die Mindeststandards oder mehr. Besonders schlecht waren die Ergebnisse der Hauptschüler. Von ihnen erreichte in Mathematik und Lesen nur jeder Dritte das geforderte Minimum.

Die Tests sind im Frühjahr dieses Jahres in allen Bundesländern in den 8. Klassen geschrieben worden. Geprüft wurden Fertigkeiten und Kompetenzen, die ein Schüler bis zum Ende der Jahrgangsstufe 10 erreicht haben muss. Insgesamt haben 20 160 Schüler die Vergleichsarbeiten im Fach Mathematik, 19 585 in Englisch, 589 in Französisch und 2292 in Deutsch geschrieben. Die Teilnahme der Schulen an den Vergleichsarbeiten in Mathematik und der ersten Fremdsprache war verpflichtend. In Deutsch konnten die Schulen selbst entscheiden, ob sie mitmachen. Besonders erfreulich sind die mathematischen Leistungen der Gymnasiasten, von denen 31 Prozent die höchste Kompetenzstufe fünf erreichten und mit ihren Ergebnissen somit weit über der Zielsetzung des Mathematikunterrichts lagen. Im Jahr 2009 hatten nur 21 Prozent derart gut abgeschnitten. Weitere 30 Prozent errangen in diesem Jahr die Kompetenzstufe vier. Insgesamt haben 98 Prozent der Gymnasiasten in Mathematik die Mindeststandards und mehr erreicht. An den Realschulen waren es 77 Prozent der Schüler, von den Hauptschülern allerdings nur 37 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Hauptschüler in Mathematik allerdings um 13 Prozent verbessert.

Auch in Englisch haben die Achtklässler gut abgeschnitten. In diesem Fach erreichten 93 Prozent der Schüler die Mindeststandards und mehr. Von den Gymnasiasten haben das alle geschafft, von den Realschülern immerhin 97 Prozent.

Bedenklich sind hingegen die Leistungen der Schüler im Fach Deutsch. Im Bereich Lesen erreichten hier insgesamt nur 65 Prozent die Mindeststandards und mehr. Selbst bei den Gymnasiasten lagen die Leistungen von 15 Prozent der Schüler unterhalb der Mindeststandards. Von den Realschülern haben 33 Prozent, von den Hauptschülern sogar 66 Prozent diese Mindeststandards nicht erreicht.

Günther Peiritsch, Vorsitzender des Landeselternausschusses, begrüßt Vergleichsarbeiten wie Vera 8. "Sie dienen der Standortbestimmung der Schulen, die aus den Ergebnissen ableiten können, wo der Unterricht verbessert werden muss", sagte er der Morgenpost. Das starke Leistungsgefälle zwischen Gymnasien und Hauptschulen mache überdies deutlich, wie stark die Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft in Berlin ist. "Das zu verändern ist die klare Aufgabe der Schulen", so der Elternvertreter.

Auch Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) betonte, dass der Vera-Vergleichstest der schulinternen Unterrichtsentwicklung diene. "Die Ergebnisse können als diagnostisches Instrument für jede einzelne Schule aufschlussreich sein und liefern wichtige Hilfestellungen in der Frage, in welcher Klasse besondere Förderungen notwendig sind. Sie sind eine Aufforderung zum Handeln, wenn beispielsweise in der 8a bessere Ergebnisse erreicht werden als in der 8b", sagte er. Gleichzeitig bedauerte er den hohen Anteil von Schulen, die die Mindeststandards noch nicht erreicht haben. "Das ist eine Herausforderung für alle Schularten, die Unterrichtsentwicklung entsprechend anzupassen", sagte Zöllner.

Spannend wird es im kommenden Jahr, wenn erstmals die Achtklässler der neuen Sekundarschulen, in denen Haupt-, Real- und Gesamtschulen aufgegangen sind, zum Vergleichstest antreten. Dann wird sich zeigen, ob die Schulreform mit dem differenzierten Unterricht greift und ehemalige Hauptschüler besser abschneiden als die Hauptschüler in diesem Jahr.

Bildungsforschung: Konzepte zur Sprachförderung auf dem Prüfstand

BILDUNGSFORSCHUNG

 

Mittwoch, 10. November 2010 02:36

 

Bildungsforscher wollen jetzt im Auftrag der Senatsschulverwaltung herausfinden, welche Ansätze der Sprachförderung in Deutsch wirklich etwas bewirken, damit diese dann gezielt an den Schulen umgesetzt werden können. Zu diesem Zweck wird in diesem Schuljahr eine Studie an 16 Grundschulen durchgeführt, an denen viele Kinder mit Migrationshintergrund lernen.

 

Weiterlesen: HTTP://WWW.MORGENPOST.DE/PRINTARCHIV/BERLIN/ARTICLE1446581/KONZEPTE-ZUR-SPRACHFOERDERUNG-AUF-DEM-PRUEFSTAND.HTML

 

 

 

http://www.isq-bb.de/Jahrgangsstufe-8.30.0.html

http://www.iqb.hu-berlin.de/vera/aufgaben

Dossier VERA 8

BILDUNG

Donnerstag, 11. November 2010 07:44  - Von Florentine Anders

 

Die Ergebnisse der Vergleichstests sollen den Schulen ihre Defizite aufzeigen. Doch die Testergebnisse finden nur wenig Beachtung. Dabei zeichnen sich gerade im Fach Deutsch alarmierende Mängel ab.

 

Weiterlesen: Dossier VERA 8