Wie müssen Schulen den Doppeljahrgang organisieren?

Ratgeber
Freitag, 5. November 2010

Wegen der Verkürzung des Abiturs lernen in diesem Schuljahr in der Oberstufe zwei Jahrgänge zusammen in denselben Kursen. Meine 16-jährige Tochter hat mit Volljährigen Unterricht, die viel weiter im Lernstoff sind. Gibt es einen Nachteilsausgleich für die Jüngeren und verbindliche Bestimmungen, wie der Doppeljahrgang organisiert wird? Uwe K., Steglitz

Es scheint plausibel, dass die sogenannten G 8-Schüler gegenüber dem älteren Jahrgang benachteiligt sind. In der Theorie sollte der jüngere Jahrgang zwar das fehlende Schuljahr durch die Vorarbeiten in den Klassenstufen 5 bis 10 kompensiert haben, die Praxis zeigt jedoch, dass sie häufig in Mathematik hinterherhinken, weniger belesen sind und oft nicht mitreden können, da mit den Älteren viele Themen mindestens schon einmal angesprochen wurden oder diese bereits Anknüpfungspunkte mit ihrer Lebenswirklichkeit hatten. Hinzu kommt, dass für die G 8-Schüler die Pflichtstundenzahl im Vergleich zum älteren Jahrgang erhöht wurde. Mit einem wesentlich höheren Aufwand und Arbeitspensum muss der G 8-Jahrgang nun versuchen, die Lücken zu schließen, hat jedoch durch die höhere Stundenverpflichtung weniger Zeit als die Älteren, sich intensiv auf einzelne Kurse und Prüfungsarbeiten vorzubereiten. Eltern fordern deshalb, dass der Unterrichtsstoff entschlackt wird, die Hausaufgaben überdacht werden und der Unterricht gut organisiert wird. Als Nachteilsausgleich wären etwa andere Prüfungsfragen, ein Bonus bei den Bewertungskriterien und Noten denkbar. Das ist zurzeit aber nicht vorgesehen. Verbindliche Vorgaben zur Organisation des Doppeljahrganges gibt es seitens der Schulverwaltung nicht. Die Schulen organisieren den Doppeljahrgang höchst unterschiedlich: gemischte Kurse mit Schülern aus beiden Jahrgängen in nur einigen oder allen Kursen oder getrennten Unterricht. Einige Schulen bieten Stütz- oder Vertiefungskurse sowie Hausaufgabenbetreuung an. Warum nicht alle Schulen diese Voraussetzungen schaffen, ob hierzu Lehrer und Räume fehlen oder welche sonstigen Gründe dem entgegenstehen, sollte von den Eltern genau hinterfragt werden.

André Nogossek ist Mitglied im Landeselternausschuss Berlin

 

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Schulinspektion- Kommentar: "Die systematische Auswertung der Berichte ist kaum erkennbar"

Manfred Thunig vom Landeselternausschuss berichtet von zwei Treffen der ehrenamtlichen Schulinspektoren zur Auswertung ihrer Erfahrungen und möglicher Konsequenzen. Denn in diesem Schuljahr wird die Schulinspektion Berlin ihre erste Runde der externen Inspektion aller öffentlichen Schulen abschließen. Über 600 Schulen sind inzwischen beurteilt worden. Über 50 vom Landeselternausschuss ausgewählte Eltern nehmen auf Wunsch des Bildungssenators an diesen Inspektionen ehrenamtlich teil.

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Volksbegehren Grundschule


Aufruf an alle Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen in den Grundschulen und Kitas,

an alle UnterstützerInnen und Freunde des Volksbegehrens Grundschule

Die Zeit der letzten Unterschriften und des anschließenden Einsammelns der Bögen ist gekommen.
Bis zum 15.11.2010 sollen uns alle Bögen erreichen, damit wir noch genügend Zeit haben, die Abgabe der Unterschriften bei der Senatsinnenverwaltung gut vorzubereiten. 
Bisher haben uns bereits über 18.000 Unterschriften erreicht. Das Ziel, 20.000 gültige Unterschriften abgeben zu können, ist greifbar nah.

 

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